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Die Geschichte des Deutschen Roten Kreuz

Henry Dunant wird 1859 Zeuge der Schlacht bei Solferino, einem Dorf in Norditalien. Fünfzehn Stunden tobt der Kampf zwischen österreichischen und französischen Truppen mit 40.000 Toten und Verwundeten, für die es keine Hilfe gibt. Konfrontiert mit diesem Leid, organisiert der Bankier, der eigentlich geschäftlich mit dem französischen Kaiser sprechen will, Erste Hilfe und steckt auch die Einheimischen mit seiner Energie an. Sie versorgen jeden Verletzten, egal ob Österreicher oder Franzose.Sein weißer Anzug ist schon bald mit dem Blut der Verwundeten getränkt. Dunant selbst : "Die Frauen von Castiglione erkennen bald, dass es für mich keinen Unterschied der Nationalität gibt, ...Es gab nichts, was sie zurückgeschreckt, erschöpft oder entmutigt hätte."

Dunant erblickte am 8.Mai 1828 als jüngster Sohn einer reichen und geachteten Genfer Familie das Licht der Welt. Er erhielt durch seine Mutter eine christliche Erziehung und wurde Bankier. Als Solcher reiste er 1859 nach Solferino, um seinen Geschäften nachzugehen. Von dem dort erlebten Elend und Leid tief getroffen, stellt Dunant seine Arbeit an zweite Stelle und geht daran, die Fürsten Europas von seiner Idee einer neutralen Hilfsorganisation zu überzeugen. 1862 erscheint sein Buch "Erinnerung an Solferino", das großes Aufsehen erregt. Am 17. Februar 1863 wird das "Komitee der Fünf", welchem auch Dunant angehört, in Genf gegründet. Aus ihm wird 1876 das "Internationale Komitee vom Roten Kreuz". Dunant reist viel umher, um für seine Idee zu werben, vergisst jedoch seine Arbeit und verschuldet sich hoch. Er wird daher vom Komitee zum Rücktritt gezwungen und verarmt vollends. Viele Jahre hört man nichts mehr von ihm, verhungert er fast, bis sich das Blatt wieder wendet: 1901 erhält er, zusammen mit dem Politiker Frédéric Passy, den Friedensnobelpreis. Am 30. Oktober 1910 stirbt Henry Dunant in Heiden am Bodensee, aber seine Idee lebt weiter.

Solferino - wo alles begann

Solferino ist ein kleines Dorf in Oberitalien, ca. 10 km südlich des Gardasees. Dieser Ort ist untrennbar mit dem Namen Henry Dunants verbunden. Er beschreibt in seinem Buch "Erinnerungen an Solferino" die Schrecken des Krieges, die er in Solferino erlebt hat. Der Bankier Dunant wurde dort 1859 Zeuge des blutigen Gefechts zwischen französischen und österreichischen Truppen. Über 40.000 Tote und Verwundete blieben an diesem 24. Juni ohne Hilfe auf dem Schlachtfeld liegen. Schutzlos waren sie den Räubern, die den Truppen folgten, ausgeliefert.

Zusammen mit Einheimischen organisierte der Schweizer Dunant die Hilfe für die Verwundeten. Durch das dort erlebte menschliche Leid kam der Bankier zu der Überzeugung, daß die Verwundeten des Krieges als Neutrale angesehen werden sollten. Diese Idee führte zu der Gründung des Roten Kreuzes im Jahre 1863. Heute erinnert das Denkmal des Internationalen Roten Kreuzes in einem Park in der Nähe des 2500-Seelen-Dorfes an diese Geburtsstunde. Hunderttausende besuchen jedes Jahr Solferino - den Ort, wo alles begann.

 

 

Die Genfer Abkommen

... Regeln der Menschlichkeit.

Aus der Gründung des Roten Kreuzes 1863 entwickelte sich schon ein Jahr später das erste Genfer Rotkreuzabkommen, das im Kriegsfall gewisse Regeln der Menschlichkeit festgelegt. Dieses Vertragswerk wurde immer wieder überarbeitet, so dass es heute vier Genfer Rotkreuzabkommen gibt: 

  • Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Streitkräfte im Felde (Urfassung 1864)
  • Abkommen zur Verbesserung des Loses der Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der Streitkräfte zur See (Urfassung 1899/1907)
  • Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen (Urfassung 1929)
  • Abkommen zum Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten (1949)

 

Aber auch heute bedarf es, gerade zum Schutz der Zivilbevölkerung, immer noch einer Weiterentwicklung. Durch die Beschlüsse der diplomatischen Konferenz 1977 in Genf wurden die vier Genfer Rotkreuzabkommen, zuletzt überarbeitet 1949, um zwei Zusatzprotokolle erweitert. Die Zusatzprotokolle haben zum Inhalt: 

  • den Schutz der Opfer internationaler Konflikte (1. Zusatzprotokoll)
  • den Schutz der Opfer nicht nationaler Konflikte (2. Zusatzprotokoll)

 

So führte die Idee des Henry Dunant zum ersten Genfer Rotkreuzabkommen, das den Wunsch, dass die kriegführenden Mächte in bewaffneten Konflikten die Feldlazarette und Spitäler, das Sanitätspersonal der Armeen, die freiwilligen Helfer und die Verwundeten als neutral erklären und für die geschützten Personen und Güter ein gemeinsames Kennzeichen bestimmen, in die Tat umsetzte. Als Kennzeichen wird das rote Kreuz auf weißem Grund gewählt.

 

Die 7 DRK Grundsätze

Menschlichkeit

Wir dienen dem Menschen, aber keinem System.
 

Unser Auftrag ist es, überall auf der Welt das Leben und die Gesundheit von Menschen zu schützen, menschliches Leiden unter allen Umständen zu verhindern oder zumindest zu lindern. Helfen ist ein Beitrag zum Frieden.

 

Unparteilichkeit

Wir versorgen das Opfer, aber genauso den Täter.
 

Wir helfen jedem und fragen nicht nach Schuld. wir leisten Hilfe, ohne dabei den Unterschied nach Staatsangehörigkeit, Rasse, Religion, sozialer Stellung oder politischer Zugehörigkeit zu machen.

 

Neutralität

Wir ergreifen die Initiative, aber niemals die Partei.
 

Jeder Mensch muss sich uneingeschränkt und voller Vertrauen an das Rote Kreuz wenden können. Es muss als Symbol der Menschlichkeit und Hilfe über allen Parteien stehen. Deshalb enthalten wir uns der Teilnahme an Feinseligkeiten und politischen, rassischen, religiösen und weltanschaulichen Auseinandersetzungen.

 

Unabhängigkeit

Wir gehorchen der Not, aber nicht dem König.
 

Die Bewegung ist unabhängig. Obwohl die nationalen Gesellschaften den jeweiligen Landesgesetzen unterstellt sind, bewahren sie dennoch ihre Eigenständigkeit und stellen die menschlichen Grundsätze der Bewegung über die Vorschriften des Systems.

 

Freiwilligkeit

Wir arbeiten rund um die Uhr, aber nie in die eigene Tasche.
 

Wir leisten unsere Hilfe freiwillig und uneigennützig überall dort, wo Menschen in Not sind und wo deshalb Menschen der Tat gebraucht werden.

 

Einheit

Wir haben viele Talent, aber nur eine Idee.
 

In jedem Land gibt es nur eine einzige nationale Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaft. Sie steht allen offen, die im Sinne Henry Dunants ihren Beitrag an Menschlichkeit leisten wollen, jeder an dem Platz, den er am besten ausfüllt.

 

Universalität

Wir achten Nationen, aber keine Grenzen.
 

Die Internationale Bewegung vom Roten Kreuz und Roten Halbmond ist eine weltumfassende Institution, in der alle Gesellschaften gleiche Rechte haben und sich verpflichten, einander zu helfen.